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Mittwoch, 4.6.2014
Kingston Lacy
Die ganze Nacht hat es geregnet und erst in der Früh aufgehört. In der
Früh hab ich unseren Platznachbar gefragt ob es regnen würde. Er hat
mit den Schulter gezuckt und gemeint, es wäre England. Als wir uns zum
Aufbruch fertig machen wollten, begann es wieder zu regnen. Also
entschieden wir uns, einen faulen Tag zu machen. Später kam dann die
Sonne durch und wir machten uns auf den Weg nach Kingstone Lacy.
Gleich neben dem Parkplatz standen etliche Riley, die hierher eine Ausfahrt gemacht hatten.
1663 ließ Ralph Bankes hier ein Haus erbauen, nachdem einige Jahre
zuvor die Burg seines Vaters (Corfe Castle) im Englischen Bürgerkrieg
zerstört wurde. Um 1780 wurde das Haus das erste Mal umgestaltet, um
1840 im Stile eines venezianischen Palazzos verändert, die Ziegelmauern
mit Caen-Kalkstein verkleidet. An einer Seitenwand wurde eine Terasse
angebaut, drei riesige Bögen führten auf diese. Als ich meinte, dass
das Haus sehr kalt gewesen sein muss, erklärte mir die Dame vom
National Trust, dass das beim Umbau 1840 gestaltet wurde und damals
schon Glasscheiben eingesetzt wurden, man muss sich vorstellen: ca. 2x5
m hat so ein Bogenfenster und da konnte man damals schon eine einzige
Glasscheibe in dieser Größe herstellen und einsetzen. Wenn man da die
Stiegen vom 1. Stock herunter kam, hatte man einen atemberaubenden
Blick in den Garten.
1981 verstarb der letzte Besitzer kinderlos und vermachte Haus und
Grundbesitz dem National Trust. Mit 64 km² Landbesitz war das die
größte Schenkung, die der NT erhalten hat, hier wird weiterhin
Landwirtschaft betrieben.
Der Landschaftsgarten enthält einige Themengärten, so z.B.
einen Rosengarten, einen großen Farngarten, einen erst
unlängst wiederhergestellten Teegarten aus dem Beginn des 20.
Jahrhunderts, einen Bambuswald und in recht großer Entfernung vom Haus
einen riesigen Küchengarten.
Koordinaten: 50.81015N, 2.03287 W
Einer der Raleys

Der Ausblick aus einem der erwähnten Riesenfenstern -
Verständigungsmittel um 1840. Der Butler im Speisezimmer im 1. Stock
blies kräftig durch das Sprachrohr, worauf in der Küche ein Pfeifton
erklang.

Im Farngarten dürfen die Bäume wachsen, wie sie wollen - ein Teil des Bambuswaldes


Im Küchengarten hat uns dann ein kräftiger Regenguss mit Hagel
überrascht, den wir in einem Unterstand abwarteten. Wir sind dann bei
Sonnenschein wieder auf den gleichen Campingplatz zurück, wo es dann
bald wieder zu regnen begann.
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